Scot up your life

 
18Dezember
2018

Time to say goodbye

In meiner letzten Woche standen leider noch ein paar Prüfungsleistungen an, die ich durch den Besuch von Vanessa auch etwas aufgeschoben hatte, aber war alles in ein paar Vor- und Nachmittagen machbar ;) Ich hatte sogar noch etwas Zeit zum weiteren Aufschieben und war mit meiner Kamera draußen um den Frost aufzufangen.

Auch der lang ersehnte Christmas Ceilidh stand am 13. Dezember an mit Dress Code und drei Gänge Menü. Für die Männer Anzug oder natürlich Kilt, für die Mädels Kleid oder was ähnlich schickes. Zum Glück hatte ich noch mein Sommerkleid dabei, nur statt schicken Schuhen mussten dann halt meine weißen, ausgelatschten Sneaker herhalten :D  Als dann allerdings der Ceilidh-Tanz anfing, haben die meisten Mädels eh ihre Schuhe ausgezogen. Es war wieder voller Drehungen, Klatschen, Stampfen und Blamage meinerseits, obwohl ich nicht die Einzige war, die die Tänze nicht perfekt beherrschte. Auf jeden Fall hat es trotzdem sehr viel Spaß gemacht und nach einer Weile kam ich auch in die meisten Tänze rein. Es haben auch immer ausnahmslos alle bei den Tänzen mitgetanzt und nie war jemand ohne Partner. Das Auffordern ging immer ganz locker und unkompliziert und beim Ceilidh tanzt sowieso jeder mal mit jedem. 

An meinem letzten Wochenende gab es dann doch noch einen 2-tägigen Winter-Kajak-Ausflug. Von wegen Mitte November das letzte Mal bevor es zu kalt wird. Wenn ich eins hier gelernt habe ist es, dass das Wetter einen wirklich nur in den extremsten Fällen davon abhalten sollte etwas draußen zu unternehmen. Der Ausflug steht und fällt mit der Ausrüstung bzw. Kleidung. In meinem Fall hatte ich zwei Neoprenanzüge übereinander an, dazu Neoprensocken und Schuhe, sowie eine alte Drysuithose, eine gelbe Jacke mit etwas Wassereinlaufschutz am Kragen und an den Handgelenken und natürlich die Rettungsweste und Spritzdecke und obendrauf den Helm. Am ersten Tag waren wir beim River Etive. Dort sind wir dann kleinere und größere Wasserfälle runtergefahren, bzw. bei den kleineren bin ich runtergefahren und habe es sogar an und an geschafft nicht zu kentern, bei dem großen bin ich dann eher gefallen :D     Das Wasser war übrigens so 2 Grad warm, es schwammen so kleine Eisschollen auf dem Wasser und geschneit hat es zwischenzeitlich auch. Tatsächlich hat mich meine Kleidung aber relativ warm gehalten, nur die Hände waren nachdem man aus dem Wasser kam sehr eisig. Die Jungs haben sie sich dann in den Mund gesteckt um sie so aufzuwärmen und als ich dann meinte jetzt bräuchte man ein Kalb habe ich nur verständnislose und verstörte Blicke bekommen. Ich als Norddeutsche fand es ganz normal, mal die Erfahrung gemacht zu haben ein Kalb an meiner Hand lutschen zu lassen, das gehört für mich zur Kindheit. Meine Gruppe fand es eher seltsam :D

Am zweiten Tag ging es dann zur Spean Bridge und River Spean, da waren dann weniger Wasserfälle, dafür aber teilweise ziemlich schnelle und starke Strömungen. Anstatt wie am ersten Tag eine Stelle mehrfach zu probieren sind wir an dem Tag den Fluss runtergefahren mit den Kajaks. Die Route war echt wunderschön, besonders bei den ruhigeren Stellen habe ich mich gefühlt wie in Herr der Ringe mit den Felsen an beiden Seiten des Flusses und einmal sind wir auch unter einer alten verwitterten Brücke durchgefahren, das war schon sehr mystisch. Wir sind auch an Stellen vorbeigekommen wo damals die Jacobiten den Rotröcken aufgelauert sind und umgekehrt, weil die Felsen am Fluss schon gute Deckung boten und wenn die Gegner den Fluss überqueren wollten war die Schusslinie von oben sehr gut. Vom Wetter her war es im Grunde etwas wärmer weil es nicht so zugig war und weniger geschneit hat aber ich bin deutlich öfter ins Wasser gefallen, weil starke Strömungen schnell hintereinander schwieriger zu managen sind als ein großer Wasserfall. Es ist deutlich unkalkulierbarer, denn kaum hast du die Hauptströmung geschafft, kommt eine andere kleine Nebenströmung oder Welle von der Seite oder von hinten und drückt dein Kajak zur Seite und man kentert. Am Anfang war ich auch noch ganz gut dabei und bin bis zum letzten Drittel gar nicht gekentert, aber sobald es das Erste mal passiert, passiert es immer wieder und jedes Mal hast du etwas weniger Kraft danach, weil du im kalten Wasser warst, dich mühsam mit deinen drei Kleidungsschichten an Land bringen musstest und dann erst mal rumzappeln um wieder warm zu werden. Am Ende war mir dann auch ziemlich kalt und ich merkte wie mein Körper regelrecht die Energie verbraucht um mich weiter warm zu halten, aber grade als ich meinte länger muss nun auch nicht waren wir am Endpunkt angekommen.

Beide Tage waren auf jeden Fall ein Erlebnis für sich, voller Adrenalin, Herausforderungen und Spaß!

Genauso wie meine ganze Zeit hier und somit ein perfekter Abschluss. Am Montag war ich dann ein letztes Mal in der Stadt, habe ein paar Erinnerungsstücke und Geschenke gekauft, mich von den Freunden, die noch im Studentenwohnheim waren, verabschiedet und später am Abend ein letztes Schnitzeldinner mit Kieran gemacht.

Dienstagmorgen fuhr dann mein Zug aus Fort William und ich musste schweren Herzens endgültig Abschied nehmen von dieser wundervoll freundlichen Stadt, der atemberaubenden schottischen Landschaft, den bodenständigen, direkten und sympathischen Schotten, der Pubkultur, den Abenteuern, die hier erleben durfte und meinem Leben als Studentin am West Highland College.

10Dezember
2018

Freundinnenbesuch

An dem Wochenende nachdem Jorina zurück gefahren ist gab es noch einen letzten Paddelausflug, bevor der Winter zu stark einschlägt ;) Wir sind zu sechst Richtung Arisaig gefahren, ein kleines Dorf westlich von Fort William an der Küste. Der Sand dort war erstaunlich weiß und das Wasser sehr klar. Zudem liegt es in einer kleinen Bucht mit mehreren kleineren Inseln, also perfekt zum lockern Kajaken auf See.  Auf unserem Trip durch das Wasser wurden wir zum Teil auch von Seehunden begleitet, die ziemlich neugierig immer näher kamen und um uns herum schwammen. Das war sehr süß wie die immer den Kopf aus dem Wasser streckten, untertauchten, dann 10m näher kamen, wieder neugierig guckten, untertauchten und weitere 10m näher wieder auftauchten. Ich glaub das Naheste was sich ein Tier getraut hat waren so 10-15m an uns dran.

An dem Abend nach dem Trip ist dann meine allerbeste Superfreundin Vanessa in Fort William angekommen als krönender Abschluss ihrer Europareise. Wie haben dann erst mal lecker Spaghetti Carbonara gekocht, viel gelacht und ganz viel an Geschichten aufgeholt. Das ging dann die Woche so weiter, ich habe ihr ein bisschen Fort William gezeigt, wir waren viel zu Fuß unterwegs, spazieren am Strand von Caol , Mittwoch in der Kletterhalle und Freitag in der Karaoke Bar.

Am Wochenende ging es auf einen weiteren Roadtrip nach Inverness, aber zuvor natürlich erst mal zur Harry Potter Brücke. . Ich fuhr eine etwas andere Route als letztes Mal, die auf dem Hinweg statt über den Cairngorms Nationalpark am Loch Ness vorbeiführt und diesmal auch mit manueller Schaltung, was genauso gut funktioniert hat wie mit Automatik. Es ist wirklich gar nicht so verwirrend wie man denkt mit links zu schalten und links zu fahren, weil die Autos ja auch andersrum aufgebaut sind. Die Landschaft war ebenfalls umwerfend und dabei es macht richtig Spaß in Schottland Auto zu fahren <3 Kann ich nur empfehlen.

Abends in Inverness sind wir nach einem kleinem Bummel durch die Stadt nett essen gegangen und ich habe bei Vanessa zum ersten Mal Haggis probiert, was ich zuvor stets vermieden habe, weil mir die Vorstellung von Schafsmagen gefüllt mit gehackten Innereien nicht sehr appetitlich war. Allerdings schmeckt es wider aller Erwartungen echt gut, ein bisschen wie Pinkelwurst nur stärker gepfeffert.

Danach waren wir im Kino und haben und Fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind - Grindelwalds Verbrechen angeschaut. Ich hatte ein kleines Problem mit meiner Popcornbestellung weil es kein Menu gab mit großer Portion Popcorn und mittlerem Getränk. Die Getränke waren alle bei großer Popcorn 750ml oder größer und das Menü dementsprechend teuer. Letztendlich hatte ich dann ein kleines Menü mit einer extra Portion Popcorn Kombinieren kann ich ;) Der Film war übrigens auch sehr gut :D

Am nächsten Morgen haben wir uns ein ordentliches schottisches Frühstück gegönnt.  Danach brauchten wir auch erst mal den ganzen Tag nichts mehr. Der Rückweg führte uns dann wieder über Culloden Moor und den Steinkreis  und der Tag endete mit einem gemütlichen Filmeabend.

Am Montag hieß es dann leider schon wieder Abschied nehmen und auch für mich ist mittlerweile die letzte Woche angebrochen. Die Vorlesungen sind vorbei, aber ich muss noch zwei Essays bis Freitag schreiben. Auch die Practicals sind alle geschafft, in den letzten drei Wochen hatte ich noch das Mountaineering Practical wo ich gelernt habe mit Kompass und Karte fernab der Wanderwege zu navigieren und mich zurechtzufinden, sowie Wanderrouten zu planen und mich sicher auf den Hochebenen zu bewegen.  Donnerstag waren wir sogar scrambeling, eine Mischung aus Bergsteigen und Klettern, aber ohne Sicherung und am Besten mit "Krabbeln" übersetzt werden kann, denn das ist das was wir getan haben. Wir sind ziemlich steiles Berggelände hochgekrabbelt unter Gebrauch von Händen und Füßen und das bei ziemlich starkem Wind und Nieselregen. Aber Geil, hat Spaß gemacht. Bilder davon gibt es leider nicht, weil keine Hände frei und fieses Wetter...

Ich musste mich auch leider schon von einigen Leuten verabschieden, die bereits für Weihnachten nach Hause gefahren sind und bin echt ein wenig traurig, dass ich auch bald fahre. Am Donnerstag steht noch der Christmas Ceilidh an, darauf freu ich mich schon seit dem Ceilidh der Einführungswoche. Das wird bestimmt ein schöner Abschluss meines Aufenthaltes hier.

 

 

18November
2018

Schwesternbesuch

Am Samstagnachmittag habe ich mich nach Edinburgh aufgemacht um meine kleine Schwester Jorina von dort Sonntagmorgen abzuholen. Das war ein bisschen ärgerlich, da ich ja Freitag schon mit dem Climbing-Practical in der Kletterhalle in der Nähe von Edinburgh war und sogar den Flughafenturm von dort sehen konnte. Ich hätte also direkt da bleiben können, aber ich wusste zu spät, dass wir da hin fahren und da war der Zug schon gebucht. So kam ich also Samstagnacht in Edinburgh an und das Erste was mir auffiel war, das schon wieder deutlich mehr Deutsche auf den Straßen unterwegs sind als in Fort William, gefühlt an jeder zweiten Ecke. Aber die Stadt an sich war allein im Dunkeln schon sehr beeindruckend und wirkte ziemlich ehrwürdig in ihrer Baukultur. Am nächsten Morgen kam Jorina dann zu mir ins Hostel und wir haben uns gemeinsam auf den Weg ins Elephant House Cafe gemacht um dort zu frühstücken.  Das ist das Cafe in dem Joanne K. Rowling damals die ersten Harry Potter Bücher geschrieben hat und auch ich habe mir die Zeit genommen dort ein paar Karten zu schreiben ;) Die hatten sogar eine signierte Erstausgabe des ersten Bandes. Aber auch sonst war das Cafe sehr gemütlich eingerichtet, es gab überall kleine und größere Elefantenfiguren und vom Hauptraum hatte man einen schönen Blick auf das Edinburgh Castle (evt. Hogwarts Inspiration?).  Im Anschluss sind wir dann zum historischen Greyfriars Kirkyard gegangen. Dieser Friedhof ist ebenfalls vom Elephant House Cafe sichtbar und dort hat die gute Joanne von einigen Namen Gebrauch gemacht wie z.B. Moody , McGonagall  und Tom Riddle aka Voldemort höchstpersönlich. Der Weg vor dem Grabstein wurde sogar extra mehr befestigt vermutlich, weil bescheuerte Touristen wie wir dort immer peinliche Bilder machen. Der "Zauberstab" lag übrigens direkt beim Grab, also waren wir wahrscheinlich nicht die Ersten, die den gebraucht haben :D

Danach ging es zum Edinburgh castle   , aber auf dem Weg entdeckten wir eine weitere Harry Potter Anekdote. Am Grassmarket in der Altstadt gibt es den Maggie Dickens Pub. Maggie Dickens wurde am 2. September 1724 zum Hängen verurteilt, weil sie ein uneheliches Kind bekommen hatte, das wenige Tage nach Geburt verstarb und von Maggie an einem Fluss zurückgelassen wurde. Jedoch erwachte Maggie nach Vollzug der Hängung in ihrem Sarg auf dem Weg zum Friedhof wieder zum Leben, da sie offensichtlich nur ohnmächtig geworden ist. Da es den Zusatz " Hängen bis zum Tode" zu der Zeit noch nicht gab sahen die Autoritäten dies als ein Wille Gottes an und Maggie lebte noch viele Jahre weiter und wurde lokal als halb-gehängte Maggie berühmt. Das erinnert doch ein wenig an den halb-kopflosen Nick, ne?

Nachmittags sind wir dann noch ein wenig durch Edinburgh geschlendert  und haben dem National Museum of Scotland einen kleinen Besuch abgestattet. Das war einfach riesig und viel zu viel aufzunehmen für die ca. 2 Stunden die wir dort waren.
Aber wir hatten trotzdem unseren Spaß an den interaktiven Stationen:
man beachte, dass die Kugel genau da ist wo kein Stein liegt und den Gesichtsausdruck dazu :D aber schließlich hat es doch geklappt

Jorina hat mich belehrt, dass "mammals" auf Englisch "Säugetiere" und nicht "Mammuts" heißt:


Wir konnten Dolly das geklonte Schaaf betrachten

und auch sonst gab es viele interessante Dinge dort:

Abends ging es dann zurück nach Fort William und am nächsten Morgen war für mich leider wieder Uni angesagt. Gegen Mittag aber hat Jorina mich davon erlöst und ich habe ihr ein wenig die Stadt gezeigt.  Ich und das College im Hintergrund auf den Mauern des alten Forts

Danach hat die gute Savannah uns zum Glenfinnan Viaduct gefahren, damit Jorina auch mal die Harry Potter Brücke bewundern kann. Es ist krass wie sich die Farben innerhalb der letzten paar Wochen verändert haben, wenn man die Bilder vergleicht. Als ich hier angekommen bin war alles noch total grün und mittlerweile ist alles in ein herbstliches Gold getaucht.

Dienstag haben wir eine kleine 2x12km Fahrradtour nach Steall Falls gemacht. Der Hinweg war deutlich anstrengender als gedacht, weil es die ganze Zeit leicht bergauf ging, aber grade so wenig, dass man es nicht bemerkt und sich fragt, was denn auf einmal mit der Kondition los ist :D Zudem sind wir mehrmals für ein paar Fotos angehalten. Letztendlich sind wir aber doch am Wasserfall angekommen und ich bin sogar mit den Füßen ins Wasser gegangen nur um einen guten Fotowinkel zu bekommen, das war sauarschkalt aber Madame läuft trotzdem ganz gelassen und langsam über die Brücke... Zurück ging es dann richtig flott wir waren innerhalb vom 25min wieder in der Stadt, da hat man plötzlich gemerkt warum es bei der Hintour so anstrengend war :D

Mittwoch war es dann etwas ruhiger, ich hatte wieder morgens Uni und abends sind wir dann in den Pub gegangen zum Karaoke singen mit ein paar anderen Studenten :)

Für Donnerstag und Freitag haben wir uns ein Auto gemietet und einen Roadtrip unternommen. Ich bin somit das erste Mal in meinem Leben im Linksverkehr gefahren und war am Anfang etwas besorgt, wie das wohl sein würde aber dadurch, dass das Lenkrad auch auf der linken Seite war, war das eigentlich fast normal, da man dann ja als Fahrer wieder zur Straße hin sitzt und nicht außen. Nur, dass Kuppeln ist anders, da man dies immer noch mit links statt rechts machen muss, aber wir haben von der Autovermietung einen Automatikwagen bekommen von daher musste ich mich darum gar nicht so viel kümmern und konnte mich voll auf die linke Seite konzentrieren, was für den Anfang gar nicht schlecht war denk ich ;)

Nachdem wir uns erst mal einen Kaffee geholt haben ging es dann los an den Ausläufern des Cairngorms National Parks entlang bis nach Inverness. Leider habe ich Lappen meine SD-Karte im Laptop gelassen und wir mussten bis wir uns eine neue in Inverness kaufen konnten leider auf Handybilder zurückgreifen. Ich bitte die deutlich schlechtere Qualität zu entschuldigen. Habe mich auch echt geärgert.

Unser erster längerer Stop war dann das Schlachtfeld von Culloden Moor auf dem die schottische Jakobitenarmee am 16. April 1746 gegen die Engländer gefallen ist.  Welche Linie wo gekämpft hat wurde dort durch Hinweisschilder erklärt und man konnte sich die Grabsteine der gefallenen Clans anschauen auf denen auch heute noch Blumen abgelegt werden

Danach sind wir zu einem nahegelegenen heidnischen Steinkreis gefahren, der wohl auch als Inspiration für Outlander gedient hat, obwohl die Serie später woanders gedreht worden ist.  Allerdings haben wir uns trotzdem in die Serie hineinversetzt gefühlt und uns sogar getraut einen der größeren Steine anzufassen, wir sind aber beide im Hier und Jetzt geblieben :D

In Inverness angekommen, haben wir zunächst was (neben einer sehr aufdringlichen Möwe) gegessen und sind dann etwas durch die Stadt geschlendert bevor wir zu unserer Pension gefahren sind.

Am nächsten Morgen ging es dann zunächst nach Loch Ness  und dann quer durchs Land zur Isle of Skye.  Bei der Felsformation Old men of Storr haben wir zuerst Halt gemacht und sind ein wenig gewandert.  Sind sehr schöne Bilder dabei rausgekommen bei vollem Körpereinsatz :D

Weiter ging es über den Kilt Rock Wasserfall  zu den Quiraing Mountains  wo ich uns minimal in den Matsch gefahren habe, aber Jorina hat uns heldenhaft wieder rausgeschoben. Das fand ich im Nachhinein recht lustig...Jorina weniger  Aber die schöne Landschaft hat sie schnell wieder aufgemuntert :)

Danach wurde es dann auch schon schneller dunkel als gedacht, sodass wir es grade noch bis zur Dämmerung zu dem Fairy Glen geschafft haben  und uns dann auch schon wieder auf den Rückweg machen mussten. Gegen acht waren wir wieder in Fort William und haben einen gemütlichen Filmabend gemacht, denn von der Tour waren wir schon etwas müde. Am nächsten Nachmittag hieß es dann leider schon wieder Abschied nehmen, die Woche ging viel zu schnell rum aber ich habe mich sehr über den Besuch gefreut ;)

 

09November
2018

Erste Prüfungsleistungen

Soo sorry, dass eine Weile lang nichts Neues kam. Die ersten Prüfungen standen an und ich war viel mit Unikrams beschäftigt. Aber nun ist die erste Gruppenpräsentation geschafft, das Video  abgegeben und mein 1500 Wörter Essay auch geschrieben.

Am Donnerstag der zweiten Climbing Practical Woche waren wir vormittags wieder bei Three Wise Monkeys und haben nochmal fallen und Sichern beim Fall geübt. Allerdings waren nur drei Studenten anwesend, denn das war der 1. November und am Abend zuvor waren wir alle auf einer ziemlich großen Halloween House Party. Deswegen war auch nur einer der beiden Ausbilder anwesend. Auch ich war noch etwas sagen wir angeschlagen, aber beim Klettern selbst war das eigentlich kein Problem eher in den Pausen dazwischen. Nachmittags haben wir dann leider eine weitere Studentin anlässlich Unwohlsein verloren, aber der zweite Ausbilder ist trotzdem dazu gestoßen und so waren wir letztendlich zwei Studenten und zwei Ausbilder. Wir sind dann in den Great Glen gefahren und haben uns dort das erste Mal draußen Trad-climbing gemacht. Trad-climbing also traditionelles Klettern bedeutet, dass anders als beim Sportklettern die Sicherheitshaken noch nicht im Felsen befestigt sind, sondern erst beim Klettern eingesetzt werden. Das haben dann natürlich die Ausbilder gemacht, aber da ich als letzte den Felsen erklettert habe musste ich sie währenddessen dann wieder entfernen. War auch eine relativ lange Strecke mit drei Zwischenstopps bis wir ganz oben waren. Danach haben wir uns die ganze Strecke wieder abgeseilt, was auch immer sehr viel Spaß macht grade bei der Landschaft ;)

 

Am nächsten Tag waren wir dann auch wieder komplett und fit und sind zum Kingussie Crag gefahren um dort weiteres Boldern, Trad-climbing und Sport-climbing draußen zu üben.

 

Am Wochenende war ich dann sehr damit beschäftigt mein Essay über Scope, scale and benefits of adventure tourism fertig zu schreiben, da es am Montag fällig war. Daher waren wir Freitag- und Samstagabend auch mal nicht in den Pubs, aber Sonntag im Scarys zu Karaoke um unsere fertigen Essays zu zelebrieren :D

Montag war der 5th of November auch bekannt als Guy Fawkes Night. Guy Fawkes war ein englischer Soldat, der am 5. November 1605 zusammen mit anderen katholischen Verschwören versucht hat King James I (Sohn von Mary Stuart und König von England und Schottland) und die Mitglieder des House of Parliament zu ermorden. Sein Versuch das House of Parliament in die Luft zu sprengen wurde vereitelt und bis heute wird mit Lagerfeuern und Feuerwerk an dieses Ereignis zurückerinnert:

Remember, remember, the 5th of November
The Gunpowder Treason and plot;
I know of no reason why Gunpowder Treason
Should ever be forgot.

Auf meine Frage hin ob man an ihn gedenkt, um den Versuch zu würdigen das House of Parliament zu sprengen oder die Tatsache, dass es nicht geklappt hat und er erfolgreich gefangen wurde kam nur: "Das kann jeder für sich entscheiden" Letztendlich ist es nur eine ziemlich alte Tradition an diesem Tag Lagerfeuer zu machen und ein Feuerwerk aufsteigen zu lassen.

Das Feuerwerk gab es am Glenfinnan Viaduct, bzw. auf der Wiese davor. Da es hier durch die Zeitumstellung auch mittlerweile ziemlich schnell dunkel wird fing es schon gegen 07:30 Uhr an und ich war recht früh wieder zu Hause.

In der letzten climbing practical Woche haben wir zwei Ausflüge unternommen um etwas Abwechslung zu bekommen und an ein paar anderen Orten, andere Routen klettern zu können. So waren wir Donnerstags beim Ice-Factor in Kinlochleven und Freitag in der Edinburgh International Climbing Arena: Ratho.

Die Ice-Factor zeichnet sich dadurch aus, dass sie 500 Tonnen echten Schnee und Eis an ihrer Eiskletterwand hat und somit eine der größten der Welt ist. Zum Eisklettern sind wir aber leider noch nicht ausgebildet von daher haben wir uns an den normalen Kletterwänden aufgehalten, die mit ihren bis zu 12m auch schon höher waren als in Fort William. Außerdem gab es teilweise automatische Seilsicherungssysteme, sodass man auch ohne Partner klettern konnte und sich nur einklinken musste. Laut unserem Ausbilder passieren übrigens die schwersten Unfälle in solchen Einrichtungen dadurch, dass die Leute an den Strecken diesen automatischen Seilsicherungssystemen einfach anfangen zu klettern und VERGESSEN sich einzuklinken. Deswegen gab es dort auch überall Warnhinweise und Erinnerungen ob man sich auch wirklich eingeklinkt hat. Ich persönlich kann mir das gar nicht vorstellen und habe mich auch irgendwie sicherer gefühlt, wenn ich manuell durch eine Person gesichert bin :)

Wie lange hält das Seil, wenn man es Faden für Faden durchschneidet?

Ratho war einfach nur Hammer! Es ist eine internationale Kletterarena, die in einen stillgelegten Steinbruch gebaut worden ist.  Zudem ist es die größte Indoor Kletterwand der Welt und hat Routen bis zu 30m hoch. Dort haben wir uns nach kurzen Aufwärmübungen  einfach nur ausgetobt und unsere gelernten Fähigkeiten der letzten drei Wochen ausgereizt. Mein Highlight war der 30m Trad-Climb, an der höchsten Kletterwand der Arena

Aber auch die anderen Routen waren sehr cool und es war auf jeden Fall ein perfekter Abschluss des Climbing Practicals

29Oktober
2018

Klettern und Bergsteigen

Letzten Donnerstag und Freitag waren die ersten beiden Tage meines Climbing-Practicals. An beiden Tagen waren wir bei Three Wise Monkeys, der Kletterhalle hier im Ort. Das Practical macht mir sehr viel Spaß und es ist total spannend. Unser "Instructor" ist super cool und kann die Sachen sehr gut und anschaulich erklären. Er hat irgendwie für alles was wir lernen ein Spiel oder eine Übung parat, was das Training viel leichter und weniger starr macht. Ich habe in den beiden Tagen schon richtig viel gelernt über Technik, Balance, Körperfunktionen, Atmung, Sichern und natürlich Klettern an sich. Zudem macht er auch immer Bilder nebenbei von dem was wir machen, sodass wir uns das später anschauen können.

Aufwärm Übungen:

Technische Übungen:

Beinstellung: wir sollten auf zwei Vorsprünge springen und uns dann in die Wand drehen/lehnen und wie man hier sehr gut auf den Bildern sieht, klappt es besser wenn man die Füße parallel stellt, statt der "Froschstellung", weil man dann mit der Hüfte näher an der Wand ist und somit automatisch sicherer steht

Boldern mit nur einem Finger pro Hand, um die Beine mehr zu benutzen:

Die Wand seitwärts hochlaufen ohne die Hände zu benutzen:

 

Den richtigen (schwerelosen) Moment finden um sich hochzuschwingen:

Umgang mit Karabinern:

 Gelerntes an der Kletterwand anwenden ;)

 

In den nächsten Practicals gehen wir dann auch nach draußen zum Rock-climbing wenn das Wetter mitspielt und fahren zum "Ice Factor" in Kinlochleven, eine Indoor Eissport Kletterwand. Darauf freu ich mich schon!

Freitagabend war dann wieder einmal Pubnight und Samstag war ich auf einer gemütlichen kleinen privaten Halloween Party und musste mir so last minute ein Kostüm überlegen. Habe dann bei Poundstrecher, also das UK Äquivalent zum 1€ Shop ein weißes T-Shirt, Kunstblut und Makeup gefunden für unter 5 Pounds und daraus ein Skelettkostüm gebastelt: Das Kunstblut ist dabei gar nicht zum Einsatz gekommen, aber wir gehen hoffentlich Mittwoch nochmal richtig auf Halloween Tour, da wird das bestimmt gebraucht ;)

Das ganze Wochenende war hier wundervolles Wetter! Sehr sonnig und klar, deswegen haben Savannah, Birte, Emma und ich beschlossen am Sonntag den Ben Nevis zu ersteigen. Das ist der höchste Berg in Schottland und der UK und wie es der Zufall will liegt Fort William direkt zu Fuß des Ben´s. Zudem gab es die letzten Tage auch schon den ersten Frost, es wird langsam winterlich kalt und man kann mittlerweile sogar den Schnee auf den Bergen sehen. Von daher dachte ich mir wenn nicht jetzt, wann dann?

Morgens gegen 10 wurde ich von Savannah abgeholt und wir sind mit dem anderen zum Start der Wanderroute gefahren. Ich glaube der Anfang war mit am anstrengendsten, es ging eine ganze Weile nur geradeaus, aber wurde immer steiler, dann bog der Weg nach links ab und wurde noch ein wenig steiler, aber nachdem der Teil geschafft war verlief der Weg recht angenehm in weitläufigen zig-zack Bewegungen nach oben und wir kamen recht schnell voran. Durch die Bewegung war uns auch sehr warm. Am Anfang hatte ich nur mein langes Sportshirt an und musste zwischenzeitlich meine Strumpfhose ausziehen. Ich hatte mich einfach viel zu dick eingepackt und befürchtet durch den Schnee wird es saukalt sein. Tatsächlich wurde es auch immer kälter je höher wir kamen und nach und nach wurden die Kleidungsschichten wieder angelegt. Als der erste Schnee sichtbar wurde habe ich mich sehr gefreut und im mittleren Teil der Route verwandelte sich der Weg von kleinen Schneeflecken, über leicht zugeschneiten Boden bis zum kompletten Winterland. An einer Stelle lief ein Wasserfall über den Weg und dort war es schon sehr glatt gefroren und wir hatten erst Angst der Rest des Weges wäre genauso und es wäre zu gefährlich weiter zu wandern, aber im Endeffekt ging es doch ganz gut weil der Schnee noch recht frisch und sehr grippig war. Vom mittleren Teil bis zum Schluss stieg der Weg nochmal ordentlich an, aber letztendlich haben wir es doch bis zur Spitze geschafft. Dort oben war alles von einer Schneeschicht bedeckt und es standen so Überreste von den Steinmauern eines Observatoriums auf dem Berg. Dazu flogen dann auch noch mehrere Krähen da rum, dass hat mich dann schon so ein bisschen an Game of Thrones erinnert und der Satz "Winter is coming" passte sehr gut zu der Szenerie :D Nach einer Weile wurde es dann auch doch recht kalt, klar wir haben uns ja auch nicht mehr bewegt und wir sind den Rückweg angetreten. Das war auch gut so, denn wir waren so ca. von 14:30 Uhr bis 15:00 Uhr oben auf der Spitze, aber haben die Zeitumstellung vergessen, also war es quasi schon 16:00 Uhr bzw. 17:00 Uhr deutscher Zeit, als wir angefangen sind zurückzugehen. Wir sind dann quasi mit der Sonne nach unten gelaufen und waren  zur perfekten Zeit zurück am Parkplatz. Abends nach einer wohlverdienten Dusche, waren wir dann noch im Ort  richtig studentenmäßig mit Rabattcoupons zusammen essen und haben den Tag gemütlich ausklingen lassen.

 

Ich bin sehr froh das wir das geschafft haben, 1.345m, insgesamt 3,5-4 Stunden hoch und 2,5-3 Stunden runter und mit Schnee, aber das Wetter war einfach perfekt, kein Regen, kaum Wind und die Landschaft war wieder mal absolut umwerfend!

Ohh hier noch was zum Lachen, passend zu Ben Nevis :D

 

23Oktober
2018

Week off

Ist schon etwas länger her seit ich das letzte Mal was geschrieben habe. Letzte Woche hatten wir frei :) Ich weiß nicht genau warum aber ich will mich auch nicht beschweren. Jedenfalls hatte ich eine sehr entspannte Woche. Ich habe dem West Highland Museum hier im Herzen von in Fort William einen Besuch abgestattet. Wie alle Museen in Großbritannien war der Eintritt frei. Das Museum an sich hatte eine sehr gemütliche Größe vom 8 Räumen und eine ziemlich interessante Sammlung zu lokaler Geschichte, den Jakobitenaufständen und dem Leben in den Highlands. Es war sogar erlaubt Bilder zu machen von daher hier ein paar Eindrücke:   Geschichte von Fort William   Wer die Serie Outlander verfolgt, erkennt sicherlich ein paar Namen wieder wie Fraser, Schlacht von Culloden oder Jakobitenaufstände. Für mich als Fan der Serie hatte das Museum in der Hinsicht auch viel zu bieten, es war sehr spannend die historischen Hintergründe, die teilweise in der Serie beschrieben werden nachzurecherchieren. Das Highlight der Sammlung war ein geheimes Porträt von "Bonnie Prince Charlie" bzw. Charles Edward Stuart, der 1746 die schottischen Clanführer zum letzten bewaffneten Aufstand gegen die Engländer führte auf dem Moor von Culloden.  Das Portrait wurde so gemalt, dass es nur sichtbar ist, wenn es in einem Cylinder reflektiert wird. So konnten die Anhänger vom Bonnie Prince Charlie, die nach der Niederlage von Culloden hartnäckig verfilgt worden sind, im Geheimen beim Abendessen ihrem Prinzen immer noch zuprosten und ihre Gefolgschaft zeigen.

Im Anschluss an das Museum habe ich mir mal Zeit genommen mir die Burgruine vom "Old Inverlochy Castle" in Ruhe anzuschauen. Ich fahre daran eigentlich täglich vorbei, da sie auf dem Weg zur Uni und zum Aldi liegt. Die Burg stammt aus dem 13. Jahrhundert und gehörte dem schottischen Adel. Interessant ist, dass die Burg seit ihrer Erbauung größtenteils unverändert blieb und heute als Ruine erhalten bleibt.

Donnerstag hatten wir einen richtig coolen Trip vom Paddlesportsclub zum Garry River, wo wir erst ein bisschen unsere Fähigkeiten geübt haben und unseren Spaß dabei hatten mit einem aufblasbaren Einhorn und einer Matraze zu versuchen uns auf der Strömung zu halten. Danach sind wir dann flussabwärts gepaddelt und haben uns den Stromschnellen gestellt. Die waren auf jeden Fall schneller als bei meinen Practicals und haben mich schon gefordert, aber es hat einen riesen Spaß gemacht :D Am Ende haben wir nochmal retten mit den Wurfsäcken geprobt, also einige von uns sind in die Stromschnellen gesprungen und andere mussten uns ein Rettungsseil zuwerfen und wieder an Land ziehen. Davon gibt es auch einige Videos, ich hoffe ich bekomme die bald, dann kann ich die hier einfügen :)

Ansonsten geht es mir weiterhin gut, ich war wie immer etwas in den Pubs unterwegs, hab mich mit Freunden getroffen und genieße meine Zeit hier :-*

Aprospro ihr könnt gerne auch mal kommentieren was ihr von meinem Blog oder was ich erlebe haltet, darüber würde ich mich freuen.

08Oktober
2018

2-Star Award

Mal sehen...was ist so Neues passiert? Ich habe einen Badminton Verein gefunden, der immer Montags trainiert. Das ist ziemlich cool, die Leute dort sind sehr nett und ich kann wieder spielen :) Es gibt ein paar Unterschiede zu den Vereinsüblichkeiten in Deutschland, so zahlt man z.B. einfach für jedes Training 3 Pfund anstatt einem monatlichen Mitgliedsbeitrag. Außerdem spielen die immer nur einen Satz und wechseln dann schon die Partner, statt ein Spiel durchzuziehen. Am Ende des Spiels wird sich ganz förmlich die Hand geschüttelt, was ich sehr starr finde, denn bei uns gibt man sich einfach einen High Five. Ich vergesse das immer wieder, will high fiven und dann wird das meistens so eine komische Mischung aus beidem :D Aber Einige haben sich jetzt schon daran gewöhnt und geben mir einfach einen High Five...

Letzte Woche Mittwoch waren wir auf Exkursion bei Outward Bond, einer der führenden Erlebnispädagogikorganisationen weltweit. Eines ihrer Center ist gar nicht weit von hier bei Loch Eil und so konnten wir einen Einblick gewinnen, wie die Programme so ablaufen. Zudem haben wir auch ein paar praktische Sachen gemacht, wie Seilrutsche über einen kleinen Bach und die Spinnennetzaufgabe. Für die, die die Aufgabe nicht kennen: man steht mit einer Gruppe vor einem großen, aus Seilen gebauten Spinnennetz, gespannt zwischen zwei Bäumen. Nun muss die gesamte Gruppe durch das Spinnennetz kommen ohne die Seile zu berühren. Die Schwierigkeit dabei ist, dass jedes Loch vom Spinnennetz nur einmal benutzt werden darf und falls jemand ein Seil berührt muss die ganze Gruppe von vorne anfangen. Das bedeutet man muss sich gut absprechen und koordinieren, andere durch die höheren Löcher transportieren und überlegen für welche Gruppenmitglieder es sinnvoll ist zuerst, in der Mitte oder zuletzt durch das Netz zu kommen und welche Löcher wann benutzt werden.

Außerdem habe ich diese Woche mein erstes Practical erfolgreich abgeschlossen und besitze nun den 2-Star Paddling Award, d.h. ich wurde in folgenden Dingen im Kanu, Wildwasser- und Seekajak geprüft:

- effizient vorwärts paddeln
- steuern und umdrehen
- rückwärts und seitwärts paddeln
- kentern, schwimmen und sich selbst retten
- andere Kajaks / Kanus bergen
- sicheres tragen des Kajak / Kanu und Starten
- richtiger Gebrauch und Kontrolle des Equipment
- Standard Navigation auf dem Wasser
- Unterschiede zwischen den verschiedenen Booten kennen und verstehen

Das erlaubt mir auch Kajak und Kanus vom College alleine bzw. in einer Studentengruppe ohne Betreuer auszuleihen und zu nutzen. Die Prüfung hat mir sehr viel Spaß gemacht, besonders das kentern und retten :D Dafür waren wir erst eine Stunde im Schwimmbad und haben dort die verschiedenen Methoden in sicherer Umgebung geübt und sind dann raus auf den See um es dort nochmal in realistischeren Verhältnissen zu wiederholen. Hier übe ich grade wie weit ich mich hinauslehnen und zurückbalancieren kann ohne zu kentern: Ich habe es am Ende sogar geschafft mich selbst wieder hochzudrehen, in dem ich nur das Paddel benutze. Dabei hatte ich etwas Hilfestellung, die Betreuerin hat das Paddel richtig in meine Hände platziert während ich Unterwasser war und dann habe ich mich damit umgedreht. Diesen Donnerstag gibt es vom Paddlesportclub eine Trainingseinheit im Schwimmbad, wo ich nochmal probieren kann das ganz alleine zu schaffen :) Voll schade, dass das Practical schon vorbei ist, ich hatte wirklich viel Spaß. Das nächste startet dann in 2 Wochen und ist Klettern. Mal sehen wie das dann wird.

Freitagabend waren wir dann mal wieder ihr wisst schon wo :D und haben spontan entschlossen am nächsten Tag campen zu gehen. Also wurde ich Samstag Nachmittag von Savannah, Nicole und Birte abgeholt und wir sind zum Steall Falls Wasserfall (der zweithöchste Wasserfalls Schottlands, ca. 120m) gefahren bzw. eine kurze Strecke gewandert. Dort haben wir dann in der Wildnis unser Lager aufgeschlagen und erfolglos versucht ein Feuer zu machen, da das Holz leider viel zu nass war. Außerdem fing es abends an stark zu regnen und zu wehen, sodass es keinen Sinn mehr machte. Aber wir hatten ein gutes, wasserdichtes und solides Zelt und es war ein sehr lustiger und gemütlicher Mädelsabend.

Sonntagmorgen hat es leider immer noch geregnet, daher haben wir gegen 10 schnell das Zelt eingepackt und haben uns auf den Rückweg gemacht. Nachmittags war ich dann bei Lene und Sigrid zum brunchen eingeladen, weil Sigrid Geburtstag hatte, das war auch sehr schön :)

Also alles in allem ein sehr mädelsträchtiges und gemütliches Wochenende.

30Sept
2018

Erster Monat schon rum

So langsam kehrt ein gewisser Alltag in mein Leben hier ein ;-) Ich habe nun seit letzten Dienstag ein eigenes Fahrrad, sodass ich nun gemütlich morgens ca. 15min zur Uni radeln kann und nicht immer die 40min laufen muss. Das Rad habe ich von der Lochaber Enviromental Group bekommen, eine gemeinnützige Umweltorganisation hier in Fort William (https://lochaberenviro.org.uk/what-we-do/go/adopt-a-bike/). Dort können Leute ihre alten Fahrräder abgeben/spenden und die Gruppe macht die dann wieder fit und gibt die dann "zur Adoption frei" wie sie es auf der Website schreiben. Ziel des Projekts ist es, die lokale Bevölkerung in die Lage zu versetzen, ihren CO2-Fußabdruck zu verringern. Die Wiederverwendung von alten Fahrrädern ist umweltfreundlicher als die Produktion neuer Räder. Zudem fördert das Projekt  die Nutzung von Fahrrädern in der Gegend und unterstützt Menschen, die sich kein neues Fahrrad leisten können. Also auf jeden Fall eine gute Sache, die ich als Dankeschön für das Fahrrad mit einer kleinen Spende unterstützt habe. Außerdem kann ich das Fahrrad wenn ich Fort William verlasse wieder bei denen abgeben und sie können einen neuen Besitzer finden.

Dienstag Abend habe ich ein paar Freunde zum Schnitzel Abendessen eingeladen um die deutsche Küche ein wenig zu präsentieren. Das kam sehr gut an und ich denke das werden wir nochmal wiederholen ;)

Mittwoch hatten wir statt der Vorlesung eine praktische, erlebnispädagogische Einheit. In den Rollen der Teilnehmer wurde uns gezeigt, wie Erlebnispädagogen typischerweise eine Gruppe anleiten. Wir sind zu einem kleinen Fluss gefahren und mussten dort gemeinsam Aufgaben bewältigen um die Teamfähigkeit und Kommunikation zu stärken. Die Aufgaben bestanden darin andere aus dem Fluss mit einem Wurfsack zu retten, uns durch den Fluss treiben zu lassen und selbst gerettet werden und zu versuchen uns alle auf einem Felsen bei starker Strömung zu halten. Dazu gibt es auch ein kleines Video (ich bin die, die dann grade rein schwimmt)

Donnerstag war der dritte Tag unseres Paddeling Practical geplant, allerdings haben wir kurz nach Aufbruch vom College einen kleinen Unfall. Aus irgendeinem Grund hat sich der Anhänger mit den Kanus gelöst und auch das Sicherheitskabel hat nicht gehalten. Laut unserer Dozentin ist ihr das noch nie passiert und sie konnte sich auch nicht erklären warum, weil sie alles richtig gesichert hatte. Allerdings hatten wir unglaubliches Glück. Wir waren noch in Fort William auf gerader Straße, vor und hinter uns waren in dem Moment keine Autos und eine Minute nachdem wir den Anhänger gestoppt haben war auf einmal zufällig die schottische Variante des ADAC´s hinter uns, die dann den Verkehr geregelt haben und den Anhänger zurück zum College transportiert haben. Jedenfalls musste das Practical dann für diesen Tag ausfallen und ich habe stattdessen mal das Schwimmbad hier ausprobiert. Ist nichts spektakuläres, ein 25m Becken zum Bahnen schwimmen aber mehr brauche ich ja nicht und es gibt Studentenrabatt! :D

Freitag haben wir dann das Practical von Donnerstag wiederholt und sind zu einem Fluss gefahren um dort die Wildwasserkajaks auszuprobieren. Letzte Woche haben wir die Seekajaks kennengelernt, die sind etwas länger,  stromlinienförmiger und können besser Geschwindigkeit aufnehmen. Die Wildwasserkajaks hingegen sind sehr wendig und dafür gedacht sich schnell drehen zu können um in Flussströmungen zurecht zu kommen. Ich hatte viel Spaß dabei mich flussaufwärts zu kämpfen und das Kajak den Strömungen entsprechend zu navigieren. Ins Wasser gefallen bin ich auch nicht, aber ich glaube das lag daran, dass ich auch keine Angst davor hatte. Wenn man nicht in sich selbst vertraut oder sich von den Strömungen verunsichern lässt, ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass man auch reinfällt. Ich war schon fast etwas enttäuscht, dass ich nicht im Wasser war, aber am Ende durften wir von der Brücke über den Fluss ins Wasser springen wenn wir wollten. Das war cool, das hab ich dann gleich dreimal hintereinander gemacht. Abends hatte Ali mein Mitbewohner und Vermieter einen Freund zum Abendessen eingeladen und wir hatten einen netten Abend. Die Freundin von Ali, Cecile wohnt ebenfalls hier. Sie kommt aus Frankreich von daher trinken wir abends meist französischen Wein. Ich habe hier auch noch nicht viel deutschen Wein gesehen und als ich meinte ich versuche mal demnächst deutschen Wein zu besorgen, guckte mich Ali ganz verwirrt an und meine: "Ihr produziert Wein in Deutschland? Macht ihr denn nicht nur Bier?" und auch Cecile hat das nicht recht glauben können. Ich habe dann erklärt, das wir nicht nur große Weingebiete beispielsweise am Rhein oder an der Mosel in Deutschland haben, sondern dass es auch eine jahrhundertlange Tradition in Deutschland ist. Überzeugt, dass Deutschland guten Wein herstellen kann waren sie dann trotzdem nicht. Nun muss ich hier guten, deutschen Wein finden um das Gegenteil zu beweisen :D

Am Wochenende ist nicht viel Spektakuläres passiert. Ich habe Serien geguckt und angefangen an meinem ersten Essay zu schreiben. Sonntag habe ich dann mit meinem Fahrrad eine kleine Tour entlang des Kanals bis zum Loch Lochy gemacht. Zwar hat es mal wieder geregnet, aber wie man hier sagt: "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung". Auf dem Weg kam ich an einem Denkmal aus dem 2. Weltkrieg vorbei. Scheinbar wurden damals die Truppen hier in der Gegend ausgebildet. Nach der Tour bin ich abends zu Lene und Sigrid gefahren, wir hatten zusammen mit Lara ein schönes Carbonara Abendessen und haben Harry Potter und der Feuerkelch geguckt.

Kaum zu glauben, dass ich jetzt schon einen Monat hier bin. Die Zeit verfliegt so schnell. Ich werde versuchen mindestens einmal pro Woche was zu verfassen ;-) Übrigens habe ich ein paar neue Bilder beim Hiking Trip Eintrag hinzugefügt.

 

23Sept
2018

Pub, Pictures und Potter

Mein Wochenende verlief eher ruhig diesmal, muss auch mal sein. Freitagabend waren wir mal wieder in den Pubs unterwegs bis die um 3 Uhr nachts einfach die Bürgersteige hochgeklappt haben und nichts mehr ging. Vor allem war das für alle in Ordnung, auf einmal stoppte die Musik, Licht wurde dunkler und alle so: "ahh ja es ist drei Uhr, lass mal zurück zum Studentenwohnheim gehen" Das sollten die mal in Oldenburg, Bremen oder gar Tange probieren :D Und dann waren die anderen noch schockiert, dass ich mit dem Fahrrad nach Hause fahren wollte... Das ging schon los als ich mit dem Fahrrad ankam von wegen: "Damit willst du doch nicht wieder zurück fahren?", "das geht doch gar nicht wenn du getrunken hast" "Später änderst du bestimmt deine Meinung?" "Hast du das denn schon mal gemacht?" :D Ich habe denen dann versichert, dass ich sehr gut fahren kann und auch mit Alkohol im Magen das Rad gut steuern kann. Aber das war irgendwie niedlich, wie die sich alle gewundert und gesorgt haben...

Am nächsten Tag habe ich erst mal laaaaaange ausgeschlafen und im Bett gegammelt bis um 4 Uhr das Wetter so schön wurde, dass ich nicht wiederstehen konnte etwas am Strand spazieren zu gehen und ein paar Bilder mit der Kamera zu schießen. Das hier ist Fort William von Caol aus gesehen: und ich hatte meinen Spaß dabei die Vögel mit meinem Makroobjektiv abzulichten An dem Strand von Caol liegt auch ein altes Bootswrack, was auch ganz interessant anzusehen war. Ich habe versucht etwas mehr darüber in Erfahrung zu bringen aber habe nur folgendes rausgefunden:

Der ursprüngliche Name ist MV Dayspring, sie wurde 1975 gebaut und war ein exzellentes Fischerboot für Makrele und Hering. Sie wurde später in Golden Harvest umbenannt und trat 2001 für ihre letzte Reise aus eigener Kraft an. Danach lag sie mehrere Jahr am Pier in Kinlochleven bis ihre Ankerkette am 08. Dezember 2011 riss und sie durch einen heftigen Sturm an dem Strand von Caol zu Grund lief und dort gelassen wurde.

Allerdings ist Kinlochleven ca. 40km entfernt von Caol, also muss das ja ein ziemlich heftiger Sturm gewesen sein oder mir fehlen hier einige Infos. Es wundert mich auch warum das Boot einfach so zurückgelassen werden kann, ohne dass die Besitzer es abtransportieren müssen. Ich glaube es hat damit zu tun, dass die Gewässer dem Staat gehören und alles was an den Stränden zurück gelassen wird in staatliche Hand fällt, aber ich versuche mal mehr darüber in Erfahrung zu bringen.

Sonntag verlief ähnlich ruhig, ich war vormittags einkaufen und habe mal den Aldi hier ausprobiert. Der liegt auf der Mitte zwischen Caol und Fort William, aber nicht ganz auf dem Weg. Im Großen und Ganzen ein guter Kompromiss, ich muss nicht ganz nach Fort William fahren um günstig bei Lidl einzukaufen und habe eine Alternative zu dem etwas teureren Co-op in Caol. Wenn ihr euch jetzt wundert: "Einkaufen, am Sonntag?" Jap die Geschäfte haben hier jeden Tag auf, sogar Sonntags mit verkürzten Öffnungszeiten. Sehr praktisch ;-)

Gegen Nachmittag wurde ich dann von Kieran, Birte und Emma abgeholt und wir sind zum "Glenfinnan Viaduct" gefahren um die Jacobite Dampflock über die Brücke fahren zu sehen. Also in meiner Sprache: Wir sind zur Harry Potter Brücke gefahren und wollten den Hogwarts Express sehen. Leider haben wir uns etwas verspätet, sodass wir den Zug nicht parallel von der Brücke sondern nur von unten vom Feld beobachten konnten. Das war ein kleiner Schock, denn wir sind davon ausgegangen, dass er um 15:30 Uhr an der Brücke sein würde, aber in Wirklichkeit war er schon um 15:15 Uhr da und auf einmal hörten wir den Zug schon. Ich bin dann wie bescheuert auf die matschige Wiese gerannt um noch einen einigermaßen guten Blick zu erhaschen :D Danach sind wir gemütlich den ebenfalls sehr matschigen Weg hochgelaufen und haben uns in Ruhe die Brücke angeschaut :)

(von links nach rechts Emma, Ich, Birte)

Schottland ist mein kleines, persönliches Hogwarts <3

 
21Sept
2018

Practicals

Am Donnerstag und Freitag hatte ich meine ersten beiden Practicals, also praktische Einheiten, die Teil des Moduls "Introduction to Professional Adventure Parctice" sind. Insgesamt habe ich drei verschiedene Pracicals: Paddeling, Mountaineering und Climbing und jedes geht über drei Wochen mit 2 Einheiten pro Woche Donnerstags und Freitags.

Wir sind diese Woche mit dem Paddeling Practical angefangen und waren in einer sehr angenehmen Gruppengröße, 7 Studenten und 2 Ausbilder. Am Donnerstag waren wir in der Nähe von Caol auf dem "Caledonian Canal" Kanu fahren und am Freitag etwas weiter westlich von Fort William auf dem Loch Eilt kajaken. Dabei wird uns z.B. gezeigt, wie wir das Kanu bzw. Kajak unter Kontrolle behalten, es nach rechts und links lenken können, es grade halten ohne im Zick Zack zu fahren oder es um 360 Grad drehen können. Die Ausrüstung dafür (Neoprenanzug, Kanus, Kajaks, Weste, etc.) wird vom College gestellt und die Neoprenanzüge sind wirklich sehr dick und gut, sodass wir nicht allzu sehr frieren. Nur die Füße und Hände sind etwas kalt, aber ich habe mir schon Neoprenschuhe und Neopren-Handschuhe bestellt um dem nächste Woche vorzubeugen. Außerdem habe ich mich jetzt offiziell beim Paddlesportsclub eingeschrieben, also werde ich etwas häufiger auf und im Wasser sein, da macht es schon Sinn sowas zu haben. Das offizielle! Sign-up form für den Club war übrigens sehr amüsant auszufüllen. Die erste Seite war noch ganz normal mit Name, Adresse, Notfallkontakt, etc., aber hier ist die zweite Seite davon:    Das ist 100% Kieran´s Werk :D Aber cool, dass die Uni das auch einfach so übernimmt.

Naja zurück zu den Practicals. Mir persönlich hat Freitag sehr viel mehr Spaß gemacht als Donnerstag aus zwei Gründen: Erstens finde ich kajaken einfach spannender als Kanu fahren. Man ist alleine in dem Kajak und hat so die volle Kontrolle über das Kajak. Außerdem ist es viel wendiger und schneller als ein Kanu. Zweitens waren wir, wie bereits schon erwähnt auf dem Loch Eilt. Der See liegt auf der Dampflockstrecke zwischen Fort William und Mallaig und während wir kajakten fuhr der Hogwarts Express neben uns am See vorbei. Doch das ist noch nicht alles. Auf dem See liegt ebenfalls die kleine Insel Eilean na Moine, heutzutage besser bekannt als Dumbledores island. Für die etwas weniger Harry Potter Vernarrten: Das ist die Insel, auf der Dumbledore in den Filmen begraben wird.

Unsere Ausbilderin Claire verkündete sogar, dass wir mit dem Kajak auf der Insel anlegen würden um dort unser Mittagessen zu essen. Also kajakten wir so darauf zu, aber legten dann letztendlich an einer anderen größeren Insel neben Dumbledores Island an und Claire so: "ok everyone, we are now on Dumbledores Island!" und ich so ganz in meiner vorsichtigen Art: "I don´t believe that is true, are you sure it is not that one over there?". Daraufhin der andere Ausbilder: "Yes that´s right Claire, this is not Dumbledores Island" und sie "Oh really I always thought it was this one, but I never watched the movies though..." #Mugglefail

Jedenfalls war es trotzdem einfach toll für mich auf dem See mit der Insel zu kajaken und den Hogwarts Express so nah vorbeifahren zu sehen ohne vorher gewusst zu haben, dass es passieren würde. Das ist so cool hier, die Landschaft ist einfach voll von Harry Potter Drehorten, selbst wenn man wollte, man könnte gar nicht umhin kommen einige zu sehen.

 

 

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